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777 unserer Zeit soll sich ein Eremit, wahrscheinlich ein Mönch namens Martin und Gefolgsmann des heiligen Bonifatius, hier an dieser Stelle zwischen Fels und Fluß niedergelassen und eine Zella ( kleines Kloster ) gegründet haben.

Ludwig der Eiserne, Landgraf von Thüringen, hob 1170 das Benediktinerkloster auf dem Creuzberg an der Werra auf, um an dieser Stelle des Klosters sich eine den Übergang über die Werra sichernde Burg zu erbauen - die heutige Creuzburg. Er hatte zuvor seinen Besitz des Petersstifts zu Erfurt um einige Ländereien an der Werra zwischen Falken und Frankenroda vermehrt und zur Verwaltung einen Probst auf den Klosterhof gesandt, der so seinen Namen "Probstei Zella" erhielt. Dann ließ er die Mönche des Petersklosters zu Creuzburg in die Probstei Zella versetzen.
Zu dieser Zeit gab es in Frankenroda noch keine Kirche, so daß die Einwohner in die Probstei Zella eingepfarrt wurden. Später, wahrscheinlich erst nach dem Bauernkrieg, bekamen die Frankenrodaer durch den hiesigen Probst eine eigene, von den Mönchen bediente, Kapelle, aus Dankbarkeit für treue Tagelohndienste.
In einer Fehde gegen das Erfurter Petersstift zerstörten Mühlhäuser 1417 erst das Kloster Zella und danach auch noch die Stiftskirche des heiligen Martin zu Falken. Diese wurde erst um 1500 wieder aufgebaut.
Am 28.4.1525, der Bauernkrieg war bereits in vollem Gange, flohen Mönche aus der Probstei Zella und anderen Außenstellen des Erfurter Peterskloster, aus Angst vor Anschlägen der revolutionären Bauern, nach Erfurt. Nach dem Bauernkrieg war die Probstei Zella durch Bauern völlig zerstört wurden.

Zu dieser Zeit soll auch Thomas Müntzer unweit von hier, an der legendären Bauernkanzel, gepredigt haben. So soll am 1.5.1525 der "vereinigte Haufen" aus der Langensalzaer Gegend durchs Eichsfeld gezogen sein. Sie kamen auf ihrem Marsch, unter der Führung Thomas Müntzers, bis zur Bauernkanzel unter den Falk´ner Klippen. Von diesem Kalkfelsen herab soll Müntzer die Bauern zum Kampf gerufen haben. Beweise dafür, ob wirklich Müntzer von der Kanzel predigte, oder ob es sich "nur" um Lips König, einen Falkener Pfarrer, der sich zur Lehre Müntzers bekannte, handelte,gibt es nicht.

Weiterhin ist bekannt das der Landgraf Friedrich der Ernsthafte 1531 die Zella erneuern ließ. Um 1715 lebten etwa 25 Mönche in der Zella, die Einwohnerzahl Frankenrodas betrug 240.
Nach der Enteignung durch die Protestantisierung, im Zuge der Reformation, hat das Klostergut die Herren öfters gewechselt. So gehörte es 1803 zu Preußen, 1806 fiel es an General Napoleon, 1813 wieder an Preußen und 1815 an Sachsen-Weimar. Zu dieser Zeit wurde es z.B. als Forsthaus genutzt.
Eine Steintafel über der Eingangstür des früheren Gerichtshauses von Frankenroda stammt noch aus der Probstei Zella. Diese ist 1873 von Heinrich Möller dort angebracht wurden. Sie zeigt gemeißelt das Wappen des Erfurter Petersklosters, welches damals die Gerichtsobrigkeit über Frankenroda inne hatte.
Viel später zu DDR- Zeiten befand sich ein Ferienobjekt von Laborchemie Apolda im heutigen Landgasthof Probstei Zella. Diese betriebliche Erholungseinrichtung wurde ganzjährig genutzt. Erst nach der Wende blieb sie geschlossen.
1996 erwarb Familie Groß das Anwesen. In den folgenden zwei Jahren wurde das Gebäude von Grund auf renoviert, so daß am 1.5.1998 der Landgasthof "Probstei Zella" eröffnet werden konnte.